| Marinus van der Lubbe | Dieser Text beschreibt Marinus van der Lubbe. Der untere Text beinhaltet die Marinus van der Lubbe Beschreibung. Soweit es sich um ein definierbares Objekt handelt, sollte hier eine Marinus van der Lubbe Definition vorhanden sein. Sollte eine Definition von Marinus van der Lubbe fehlen, kann diese von Ihnen verfaßt werden. Wir sind bestrebt die Beschreibung von Marinus van der Lubbe möglichst ausführlich zu halten.
Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Marinus van der Lubbe Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Marinus van der Lubbe beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Marinus van der Lubbe. Fragen zu dem Thema Marinus van der Lubbe können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.
Marinus van der Lubbe ArtikelMarinus van der Lubbe (* 13.01 1909 in Leiden (laut anderen Quellen Oegstgeest ), Niederlande; †10.01 1934 in Leipzig) war angeblich Brandstifter des Reichstages in Berlin am 27.02 1933. Ob Marinus van der Lubbe Anarchist, Kommunist oder Pyromane war ist umstritten.
| |
Die Eltern von van der Lubbe waren geschieden, die Mutter starb als er 12 Jahre alt war. van der Lubbe wuchs in der Familie seiner Halbschwester auf.
Marinus van der Lubbe begann in den zwanziger Jahren eine Ausbildung als Maurer in den Niederlanden. Wegen seiner körperlichen Stärke wurde er von den Freunden "Dempsey" genannt. Nach einem Arbeitsunfall in dem Jahre 1925 und eines daraus resultierenden Augenleiden konnte er seinen Beruf nicht weiter ausüben. In den folgenden Jahren schloss er sich den niederländischen Rätekommunisten, der mit der deutschen KAPD eng verwandten KAPN , einer Splittergruppe der niederländischen Kommunistischen Partei an und engagierte sich für diese auch öffentlich. Wegen einer Auseinandersetzung mit seiner Schwester zieht er 1927 nach Leiden und gündet dort das "Leninhaus" ein Ort für politische Vorträge und Treffen. In Leiden kommt es wiederholt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. 1930 musset van der Lubbe für zwei Wochen in Arrest, weil er bei der Sozialbehörde Scheiben eingeschmissen hat. Von den parlamentarisch aktiven Kommunisten entfernt sich Van der Lubbe mehr und mehr, da sie ihm zu wenig radikal und kämpferisch waren. Er faforisiert die direkte Aktion.
Zwischen 1928 und 1932 war van der Lubbe wiederholt auf Wanderschaft durch Europa. Sein Plan in die Sowjetunion auszuwandern scheitert, da er nicht über genug Geld für die Reise nach Moskau verfügt.
Obwohl er Anfang 1933 an Augentuberkulose erkrankt, reist er kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten nach Berlin, um sich dort am aktiven Widerstand zu beteiligen. Sein Versuch, die Arbeitslosen und Arbeiter gegen die Machtübernahme der Faschisten zu mobilisieren misslingt. Er versuchte am 25.02 1933 das Wohlfartsamt in Berlin Neukölln und das Berliner Rathaus in Brand zu stecken. Beide Brände wurden schnell entdeckt und gelöscht.
Am Abend des 27.02s wird er in dem brennenden Reichstagsgebäude festgenommen und der Brandstiftung beschuldigt, welche er in der darauffolgenden Verhören auch zugab. Am 9. März wurde gegen ihn, den damaligen Vorsitzenden der Reichstagsfraktion der KPD Ernst Torgler , den bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoj Popoff und Wasil Taneff zwei anderen bulgarischen Kommunisten Anklage erhoben.
Trotz seines schlechten psychischen Gesundheitszustandes wurde er in dem Dezember 1933 wegen "Hochverrat in Tateinheit mit vorsätzlicher Brandstiftung" durch das Reichsgericht zu dem Tode verurteilt. Die Mitangeklagten wurden freigespochen. Das Urteil gegen van der Lubbe wurde am 10.01 1934 vollstreckt.
Buch-Tipp: Marinus van der Lubbe und der Reichstagsbrand Das Buch " Marinus van der Lubbe und der Reichstagsbrand" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
| |
34 Jahre nachdem Reichstagsbrand Tat wurde das Urteil 1967 vom Berliner Landgericht aufgehoben und van der Lubbe wurde in einem neuen Verfahren zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft als auch der Bruder Jan van der Lubbe legten hiergegen Beschwerde beim Kammergericht Berlin ein. Beide Beschwerden wurden vom 1. Strafsenat des Kammergerichts Berlin am 17.05 1968 verworfen. Nach Ansicht des Kammergerichts entfiele
- "jeder darauf gegründete Verdacht, dass die tatsächlichen Feststellungen in dem Urteil des Reichsgerichts vom 23. Dezember 1933 aus politischen Gründen unter Verletzung rechtsstaatlicher Grundsätze getroffen worden sind"
Eine weiter Beschwerde von Marinus Bruder Jan, vertreten von dem ehemaligen Mitankläger bei den Nürnberger Prozessen, Robert Kempner hatte Erfolg. 1980 wurde das Urteil von 1967 aufgehoben und van der Lubbe wurde freigesprochen. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Der Fall "van der Lubbe" beschäftigte mehrmals den Bundesgerichtshof der 1983 entschieden, dass die Wiederaufnahme des Verfahrens von 1967 unzulässig war und das Urteil damit bestand habe.
Buch-Tipp: Marinus van der Lubbe. Eine Biographie Das Buch " Marinus van der Lubbe. Eine Biographie" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
| |
Bereits kurze Zeit nach der Verhaftung van der Lubbes gab es Zweifel an seiner tatsächlichen (Allein-)Schuld. Das geistig verwirrte Auftreten van der Lubbes in dem Prozess ließ Zweifel aufkommen, ob er denn wirklich in der Lage gewesen war, alleine das Parlamentsgebäude anzuzünden - man spricht von bis zu zwanzig Brandherden - , und ob demnach sein Geständnis glaubhaft war. Darüber hinaus wurde auch seine Schuldfähigkeit bezweifelt.
Auf Kritik stieß auch, dass die Grundlage für das Todesurteil die erst nach der Tat in Kraft getreten Reichstagsbrandverordnung war. Vor der Tat war Brandstiftung ohne Todesfolge nicht mit dem Tod bestraft. Damit verstieß das Gericht gegen das Verbot rückwirkender Gesetze (nulla poene sine lege).
Es wird vermutet, dass die Nationalsozialisten van der Lubbe lediglich als Vorwand für ihr brutales Vorgehen gegen ihre politischen Gegner nahmen. In der Zeit nachdem Reichstagsbrand wurden tausende Kommunisten verhaftet, (scheinbar) legitimiert durch die Reichstagsbrandverordnung.
Schließlich wurden, auch noch in den diversen Wiederaufnahmeverfahren, entlastende Zeugen nicht gehört und Beweismittel unterdrückt.
|
politische Auseinandersetzung | |
Ebenfalls unmittelbar nach der Tat setzte ein Streit über die Beweggründe und die politische Motivation von van der Lubbe ein.
Van der Lubbe selbst meinte in seinem umstrittenen Geständnis hierzu, dass er die Tat ganz allein unternommen habe, um die "deutsche Arbeiterschaft zu dem Widerstand gegen die kapitalistische Herrschaft und die faschistische Machtergreifung aufzurufen."
Die Nationalsozialisten sahen in van der Lubbe einen niederländischen Komunisten und benutzten den Reichstagsbrand als Vorwand um gegen die deutschen Komunisten vorgehen zu können.
Die Kommunisten ihrerseits distanzierten sich von van der Lubbe. Zwei Monate nachdem Reichstagsbrand brachten führende Mitglieder der KPD das "Braunbuch" heraus, das in 17 Sprachen übersetzt wurde. Es beschäftigt sich mit den Greultaten der Nazis enthielt aber auch eine diffamierende Kampagne gegen den niederländischen Rätekommunisten. Es wird behauptet, dass van der Lubbe in dem Auftrag oder immerhin nach Absprache mit den Nazis gehandelt habe, zudem wurde van der Lubbe vorgeworfen (damals noch strafbare) homosexuelle Kontakte gehabt zu haben und ein Anitsemit zu sein. Zudem wurde bestritten, dass van der Lubbe überhaupt politische Absichte mit seiner Tat verfolgte. Inhaltlich kritisierten die Kommunisten vor allem, dass die Tat zu wenig durchdacht gewesen sei und unmöglich zu einer Mobilisierung der Massen führen konnte. In dem Gegenteil reduzierte sie die Möglichkeit für politischen Widerstand auf Null.
Als Reaktion auf das "Braunbuch" erschien ebenfalls 1933 das "Roodboek" (Rotbuch) in Amsterdam. Es wurde vom Internationalen van der Lubbe Komitee herausgegeben. Einer Organisation niederländischer Rätekommunisten und Anarchisten. Diese werfen der SPD und KPD wegen ihrer Unfähigkeit den Reichstagsbrand konstruktiv zu Nutzen und ihrer Distanzierung von van der Lubbe "Verrat an der Arbeiterklasse" vor. Zugleich soll mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen der politische Hintergrund der Tat verdeutlicht werden.
Die Frage, ob van der Lubbe den Reichstag in Brand setzte oder ob andere dies taten oder eventuell unterstützten, lässt sich aus heutiger Sicht ca. schwer beantworten.
|
|
- Internationales van der Lubbe-Komitee (Hrsg.)Marinus van der Lubbe und der Reichtagsbrand. - übers. a. d. Niederländischen u. hrsg. v. Josh van Soer. - 1. Aufl. - Hamburg: Edition Nautilus Verlag Lutz Schulenburg, 1983. - 179 S., div. Abb.== Weblinks ==
- Biografie vom Deutschen Historischen Museeum (http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/LubbeMarinus/)
- Lebenslauf und Prozessgeschichte (http://www.wsws.org/de/2004/jan2004/lubb-j10.shtml)
|
Weiteres zu dem Artikel Marinus van der Lubbe | | Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Berlin, Beschwerde, Georgi, Kpd, Reichstagsbrand, Robert | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Marinus van der Lubbe' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Marinus van der Lubbe Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Marinus van der Lubbe' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Marinus van der Lubbe' und 'Marinus van der Lubbe' Definition sehr dankbar.
Alle Tipps zu den Bücher auf dieser Seite wurden automatisch generiert. D.h. die Bücher wurden aus einer Datenbank von dem Computer ausgesucht. Deshalb kann es vorkommen, dass vorgeschlagene Bücher nicht ganz der 'Marinus van der Lubbe' Beschreibung entsprechen.
|
|
|
· Diese Seite wurde bisher 552 mal abgerufen. · Letzte Counteraktualisierung erfolgte am 12.05.2008 um 00:30:51 · Diese Seite wurde zuletzt geändert um 12:00, 1. Okt 2004. · Letzte Portalaktualisierung erfolgte um 08:00:00 GMT, 25.02.2008
|